Pflege

WELCHE PFLEGE BENÖTIGEN KATZEN?

Um diese Frage richtig zu beantworten muss ich etwas weiter ausholen!

 

  • Welche Haarlänge hat die Katze?

  • Wie sind die besonderen Lebensumstände?

  • Hat die Katze irgendwelche Besonderheiten?

Bei der Haarlänge unterscheidet man drei verschiedene Kategorien:

  • Kurzhaar (Hauskatze, Britisch Kurzhaar, Orientalen, usw.)

  • Halblanghaar (Maine Coon, Norwegische Waldkatze, Sibirische Waldkatze, Türkisch Van, usw)

  • Langhaar (Perser, usw)

Grob gesagt ist das Fell umso pflegeintensiver je länger die Haare sind.

Während eine Kurzhaar selten bis garnicht gebürstet werden muß braucht eine Langhaar tägliche Hilfe bei der Fellpflege. Im Frühjahr und Herbst sollte die Fellpflege intensiver betrieben werden, damit die Katze während des Fellwechsels nicht so viele Haare schluckt.

Gerade das Verschlucken von Haaren ist für alle Beteiligten nicht so angenehm. Die Katze muß die verschluckten Haare auf irgendeinem Weg wieder loswerden. Normalerweise werden die Haarbüschel wieder erbrochen. Dieses geschieht meistens auf dem neuen Sofa oder dem echten Perser(-teppich, nicht -kater).

Eine andere Möglichkeit ist der Abgang der Haare mit dem Kot. Dieses kann man durch Gabe von Malzpaste und ähnlichen Zusatzmitteln fördern. Aber bitte nicht zuviel, diese Mittel wirken alle leicht abführend!

Kann eine Katze die verschluckten Haare aus irgendwelchen Gründen nicht loswerden bildet sich im Magen ein Haarballen, der die gesamte Verdauung lahmlegen kann. In einem solchen Fall hilft nur noch eine schnelle Operation!

Gehen wir jetzt auf besondere Lebensumstände ein.

Viele Faktoren beeinflussen die Notwendigkeiten der Pflege:

  • Ist die Katze Freigänger?

  • Gibt es irgendwelche Allergien?

  • Das Alter der Katze.

  • Wie vertraut/verschmust ist die Katze?

Während man bei der Haarlänge sich schon bei der Anschaffung festlegt sind die genauen Lebensumstände doch eher variabel. Unser Freddy hat auch erst nach vier Monaten auf Freigang bestanden!

Freigänger benötigen eine etwas intensivere Pflege als Wohnungskatzen. Dieses ist alleine im Parasitenbefall begründet. Während eine Wohnungskatze doch eher selten mit Zecken in Berührung kommt benötigt ein Freigänger regelmäßige Prophylaxe gegen diese Parasiten.

Eine Flohprophylaxe ist für ALLE Katzen ein Muß, da diese Parasiten nicht nur Würmer übertragen, sondern auch die Wohnung ohne zu zögern annektieren!

Bei uns hat sich für Freigänger Frontline als Mittel der Wahl erwiesen. Es wirkt gegen Flöhe und Zecken indem es über die Haut der Katze ein bei Parasiten recht wirksames Nervengift verteilt.Dieses Mittel sollte einmal im Monat angewendet werden.

Für unsere jetzigen reinen Wohnungskatzen benutzen wir Cyclio zur Flohprophylaxe. Dieses Spot-on-Mittel wirkt nicht gegen Zecken und tötet die Flöhe nicht. Es macht sie lediglich unfruchtbar. So ist eine Flohinvasion recht unwahrscheinlich und wir brauchen es nur alle drei Monate anzuwenden.

Auch Katzen leiden leider zunehmend an Allergien. Es gibt verschiedene Arten:

  • Futtermittelallergien

  • Flohallergien

  • Der allseits bekannte Heuschnupfen

Futtermittelallergien möchte ich an dieser Stelle ausklammern und werde sie in einem anderen Teil behandeln.

Flohallergien sind etwas sehr ekeliges für die Katze. Ein einziger Flohbiss löst starken Juckreiz und eventuell sogar Ausschlag aus. Hier hilft in erster Linie natürlich die Prophylaxe und im weiteren kann mit Cortison die Reaktion auf den Biss gemildert werden.

Der gute alte Heuschnupfen ist zum Glück noch recht selten in der Katzenwelt vertreten. Behandlung erfolgt ähnlich wie beim Menschen mit Antihistaminen oder Cortison.

Das Alter der Katze spielt insofern eine Rolle, das ältere Tiere, genau wie Menschen, an dem einen oder anderen Altersgebrechen leiden können. Um diesen natürlichen Alterserscheinungen möglichst lange Einhalt zu gebieten empfiehlt sich die Altersvorsorge durch den Tierarzt einmal im Jahr.

Die Zutraulichkeit der Katze hat nichts mit dem Pflegebedarf zu tun. Vielmehr berührt er die Durchführung der notwendigen Pflege. Eine zutrauliche verschmuste Katze wird das regelmäßige Bürsten zum Beispiel geniessen, während die zurückhaltende scheue Katze wohl eher Fluchtgedanken hat. Je nach Temperament kann es auch schon nötig werden sich diverse Schutzkleidung (Kettenhemd samt dazugehörigen Handschuhen) anzulegen.


Katzen brauchen im Allgemeinen nicht gebadet oder geduscht zu werden. Allerdings kann es notwendig sein, wenn die Katze sich zum Beispiel im Kaninchenbau rumgetrieben hat.

Eine Katze zu baden endet in den meisten Fällen mit Kratzern, einem überschwemmten Badezimmer und einer beleidigten Katze.

Wohl dem der eine Duschkabine hat!

Einfach die Katze mit in die (noch trockene) Kabine nehmen. Die Türe gut schliessen und langsam lauwarmes Wasser in Tasse laufen lassen. Das klägliche Miauen muss man einfach überhören! Wenn das Wasser kurz vor dem Bauch der Katze steht das Wasser abdrehen und die Katze gründlich durchnässen. Als Waschmittel muss ein Katzen- oder Babyshampoo verwendet werden! Anschliessend das Shampoo gründlich ausspülen und die Katze mit einem Tuch so gut es geht trocken tupfen. 
Nicht rubbeln! 
Das Fell verknotet sich sonst unnötig! 
Wenn die Katze einigermassen trocken ist kann sie sich an einem warmen, zugluftfreien Platz alleine wieder schön machen!